Ich hatte eine Staph-Infektion. Hier sind 10 Dinge, die ich seitdem anders mache.
Gastbeitrag von Jonas M., BJJ-Trainierender | Juli 2026
Vorwort der Redaktion: Jonas trainiert seit drei Jahren BJJ und ist Teil unserer Gym-Community. Nach seiner Staph-Infektion letzten Winter hat er uns gefragt, ob er aufschreiben kann, was er daraus gelernt hat — für alle, denen es genauso gehen könnte. Hier ist sein Beitrag, unbearbeitet in seinen eigenen Worten.
Ich trainiere seit drei Jahren BJJ, vier bis fünf Mal die Woche. Letzten Winter hatte ich eine Staph-Infektion — genau an der Stelle, wo mein Gi-Kragen ständig gegen den Nacken gerieben hat. Was folgt, ist keine Werbung. Es ist einfach das, was ich im Nachhinein alles anders gemacht hätte — und was ich seitdem anders mache.
1. Ich dachte, das ist nur eine Reizung vom Gi
Ich hab die Rötung fast zwei Wochen ignoriert. Dachte, das ist normale Reibung, wird von alleine besser. Erst als daraus eine schmerzhafte, warme Schwellung wurde, bin ich zum Arzt. Meine Lektion: Jede Hautveränderung, die nach zwei, drei Tagen nicht von selbst verschwindet, ist ein Grund, sie ernst zu nehmen — nicht abzuwarten.
2. Ich hab weitertrainiert, weil ich dachte, es steckt niemanden an
Das war mein größter Fehler. Staph ist hochansteckend über Hautkontakt — und genau das ist BJJ. Ich hab mindestens zwei Trainingspartner mit angesteckt, bevor die Diagnose feststand. Heute weiß ich: Sichtbare Hautveränderung heißt Pause, nicht „nur heute vorsichtig trainieren“.
3. Ich bin nicht direkt nach dem Training geduscht
Nach dem Training noch schnell was essen, quatschen, erst zu Hause duschen — das war mein normaler Ablauf. Hab ich komplett umgestellt: Duschen ist jetzt das Erste, was passiert, noch im Gym, bevor irgendwas anderes ansteht. Der Zeitfaktor macht den größten Unterschied, das hab ich am eigenen Leib gelernt.
4. Ich hab normales Duschgel benutzt und gedacht, das reicht
Duschgel aus der Drogerie reinigt oberflächlich und trocknet die Haut aus. Eine ausgetrocknete, rissige Haut ist anfälliger für genau die Bakterien, vor denen man sich schützen will. Ich bin seitdem auf eine Aktivkohle-Seife umgestiegen (Fight Soap — ein Kumpel aus dem Gym hat sie mir empfohlen), die tiefenwirksam reinigt statt nur oberflächlich abzuspülen, ohne die Haut auszutrocknen wie vorher.
5. Mein Gi ist wochenlang im gleichen Wäschegang gelandet wie alles andere
30 Grad, mit der restlichen Sportwäsche. Zu niedrig, um Bakterien zuverlässig abzutöten. Ich wasche Gi, Rashguard und Handtücher jetzt bei mindestens 60 Grad, getrennt vom Rest — jedes Mal, nicht nur, wenn es „riecht“.
6. Ich hab meine Fingernägel nie beachtet
Klingt banal, ist es aber nicht: Lange oder eingerissene Fingernägel sind ein Sammelbecken für Bakterien und erhöhen das Risiko für kleine Hautverletzungen, durch die Erreger eindringen können. Kurz und sauber halten — seitdem checke ich das vor jedem Training.
7. Ich hab nie auf die Matte geschaut, bevor ich draufgegangen bin
Ein kurzer Check der Matte und der eigenen Haut vor dem Training — Kratzer, Rötungen, offene Stellen — hätte mir früh einen Hinweis geben können. Mach ich jetzt automatisch, so wie andere ihre Schuhe binden.
8. Ich hab Wasserflasche und Handtuch mit anderen geteilt
Kleine Gewohnheit, hohes Risiko. Staph verbreitet sich auch über geteilte Gegenstände. Meine eigene Flasche und mein eigenes Handtuch sind jetzt fest in der Tasche — keine Ausnahmen mehr, egal wie kurz „nur mal schnell“.
9. Ich hab dem Gym nichts gesagt, aus Scham
Im Nachhinein mein größtes Bedauern. Wer schweigt, riskiert, dass sich die Infektion unbemerkt im ganzen Team verbreitet. Unser Gym hat klare Protokolle für genau diesen Fall — und niemand hat mich dafür verurteilt, dass ich mir was eingefangen hab. Das kann jedem passieren.
10. Ich dachte, das ist einmal Pech und passiert nie wieder
Ohne Routine-Änderung ist eine erste Infektion oft nicht die letzte — gleiches Umfeld, gleiche Gewohnheiten, gleiches Risiko. Ich hatte seitdem keine zweite Infektion. Der Unterschied ist nicht Glück, sondern dass ich die neun Punkte oben tatsächlich beibehalten habe, auch als die Erinnerung an die Infektion verblasst ist.
Häufige Fragen
Wie erkennt man eine Staph-Infektion im Frühstadium?
Eine gerötete, warme Stelle, die nach zwei bis drei Tagen nicht von selbst abklingt, oft an Reibungsstellen wie dem Gi-Kragen. Entwickelt sie sich zu einer schmerzhaften, geschwollenen Beule, sollte umgehend ein Arzt sie abklären.
Wie ansteckend ist Staph im BJJ-Training?
Sehr ansteckend über direkten Hautkontakt — genau die Trainingsform, die BJJ ausmacht. Schon vor der Diagnose können Trainingspartner sich anstecken, weshalb jede sichtbare Hautveränderung eine Trainingspause bedeuten sollte.
Bei welcher Waschtemperatur sterben Bakterien auf Trainingskleidung ab?
Mindestens 60 Grad gelten als notwendig, um Bakterien auf Gi, Rashguard und Handtüchern zuverlässig abzutöten. Bei 30 Grad, wie bei normaler Sportwäsche üblich, reicht die Temperatur dafür nicht aus.
Sollte man dem Gym von einer Infektion erzählen?
Ja. Schweigen aus Scham erhöht das Risiko, dass sich die Infektion unbemerkt im Team verbreitet. Die meisten Gyms haben Protokolle für genau diesen Fall und reagieren unterstützend, nicht verurteilend.
Warum ich das teile
Ich schreib das nicht, um irgendwem Angst zu machen. BJJ ist trotzdem der beste Sport, den ich kenne, und ich trainiere genauso oft wie vorher. Ich schreib es, weil mir vor der Infektion niemand gesagt hat, wie viel davon vermeidbar gewesen wäre — und weil ich möchte, dass es dir nicht genauso geht wie mir.
Fight Soap: Damit dir nicht passiert, was Jonas passiert ist
Jonas' Geschichte zeigt, wie viele kleine Gewohnheiten zusammen den Unterschied machen — und wie sehr das Reinigungsmittel unter der Dusche dabei mitentscheidet. Genau da hat auch er angesetzt.
Sein Mittel der Wahl: die Fight Soap ORIGIN Aktivkohle. Sie reinigt tiefenwirksam und zieht Bakterien aus den Poren, statt die Haut nur oberflächlich abzuspülen und auszutrocknen wie normales Duschgel.